Getestet

 

 

 

Das Barf-Experiment

Die Wohlstandshunde testen das Frostfutter der K&K Petfood GmbH 

 

Gibt es etwas Widerlicheres als ungewaschenen Pansen? Ja, gibt es: ungewaschenen Blättermagen. Als das grünliche Päckchen begann aufzutauen, entfaltete sich der bestialische Gestank in seiner ganzen Breite. Während mich der "Duft" fasst umhaute, begannen die Nasen der Wohlstandshunde zu zucken, die Augen wurden ganz groß und dünnflüssiger Speichel tropfte auf die Küchenfliesen. Gierig umschlichen sie mich, als ich den Magen mit gewolftem Huhn und püriertem Gemüse vermengte, um das Ganze in 400-Gramm Portionen aufzuteilen.
Den Geruchstest hatte das Fertigbarf der K&K Petfood GmbH - Frostfutter Perleberg also schon einmal zu 100% bestanden - zumindest aus Sicht der Wohlstandshunde. Aber allein das zählt ja. 

Die Lieferung umfasste zwölf dieser Päckchen zu je einem Kilogramm.

Der Logistik-Test

 

Frostfutter Perleberg hat seinen Sitz in Brandenbburg. Die Lieferung hatte also einen Weg von etwa 500 Kilometern hinter sich und erreichte uns gegen 12 Uhr an einem etwa 28°C heißen Sommertag im August. Mir schwante nichts Gutes im Hinblick auf das rohe Fleisch...  Doch dank der stabilen Styroporbox und Trockeneis war die Ware nicht einmal angetaut. Außerdem hatte ich einen sogenannten Tracking-Link per Mail erhalten. Mit diesem konnte ich nachvollziehen, wann die Lieferung ankommt. Damit hat Fostfutter Perleberg auch den Logistik-Test bestanden. Das Paket selbst umfasste schließlich zwölf Einheiten mit jeweils einem Kilogramm folgender Sorten:
  • 2 x Huhn-Rind-Mix
  • 2 x  Huhn gewolft
  • Grüner Pansen
  • Blättermagen
  • 2 x Rindermix
  • 2 x Powermix
  • Powermenü
  • Huhn mit Reis
    = 12 Päckchen = 12 Kilogramm Barf
Die 1000g-Päckchen habe ich aufgetaut, mit Gemüse vermengt, in Portionen zu je 360 bis 400g abgefüllt und wieder kühl gestellt.

Mit dem öffnen des ersten Päckchens betraten wir völliges Neuland. Bislang gab es für die beiden Wohlstandshunde ein handelsübliches Trockenfutter aus dem mittleren Preisssegment und ab und zu mal Leckereien wie ein rohes Ei, Hüttenkäse, Riderhackfleisch oder Nudeln und Kartoffeln mit in den Napf. Das sollte sich in den kommenden Wochen ändern. Wir haben das Barf-Experiment gewagt und sind umgestiegen auf die Rohfleischfütterung.
Natürlich habe ich mich im Vorfeld belesen und festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist beim Barfen alles richtig zu machen, sodass der Hund optimal versorgt ist. Das Paket von Frostfutter Perleberg kam mir also sehr gelegen. Denn laut Unternehmensinfo war die Mischung der gelieferten Produkte so zusammengesetzt, dass ich ausser Öl - ich habe zwischen Fisch- und Leinöl gewechselt -  und Gemüse nichts weiter zugeben musste, um meine Hunde bedarfsgerecht zu ernähren. Beim Gemüse habe ich eine Mischung aus Karotten, Zucchini und Apfel gekocht und püriert. Der Barf-Rechner (http://frostfutter-perleberg.de/de/content/50-barf-rechner) hat mir übrigens auch weitergeholfen. Darüber erfuhr ich, wieviel Gramm meine Hunde pro Tag benötigen und wie hoch der Gemüseanteil sein sollte. Allerdings sollte man sich nicht allein darauf verlassen. So hat mir der Barfrechner 360 Gramm pro Hund ausgerechnet. Während das für meine Seniorin Louni ausreichend war, hat Klimt in den ersten Tagen deutlich fühlbar abgenommen. Ich habe die Dosis für ihn auf 400 Gramm erhöht. Damit kam er dann sehr gut hin.

Jedes Paket war mit einem Aufkleber versehen,
der Zusammensetzung und analytische
Bestandteile verriet.

Veränderungen


Abgesehen vom anfänglichen Gewichstverlust bei Klimt sind mir weitere Effekte des Barfens aufgefallen. So wurde ich auf das seidige Fell der beiden angesprochen. Außerdem reduzierte sich der Output um etwa die Hälfte. Da die beiden das Barf offenbar viel besser verwerten können als herkömmliches Futter, kam hinten auch einfach wesentlich weniger raus. Allerdings hatten beide Hunde sehr harten Kot, wenn es Produkte mit Huhn gab, obwohl ich Öl zugab und immer ausreichend Wasser zu Verfügung stand. "Hm, zu hoher Knochenanteil", dachte ich zunächst. Doch als ich beim Unternehmen anfragte, hieß es, dass gar keine Knochen enthalten seien, sondern nur Fleisch und Knorpel. Auch der Fettgehalt von 15% war nicht besonders niedrig und lag sogar noch über dem einiger Rinderprodukte (zum Vergleich: Der Fettgehalt vom Rindermix lag bei 14%). Nachdem das Unternehmen von "keiner einzigen ähnlichen bekannten Info anderer Kunden" weiß und ich mir das Rätsel nicht ohne Weiteres erklären kann, gehe ich davon aus, dass es sich um eine Eigenart meiner Hunde handelt. Das Geflügel ist daher für mich persönlich im Test durchgefallen.

Doch das ist nicht weiter dramatisch. Denn es gibt im Sortiment neben Huhn und Rind gewolft oder in Stücken noch zahlreiche andere Sorten Fleisch wie Lamm, Wild, Fisch oder Pferd. Auch verschiedene ganze Innereien und gewolfte Innereienmischungen sowie Putenhälse, Bullenhoden, Rindernasen und mehr sind erhältlich. Mir persönlich sind die Rinderprodukte am sympatischten, weil die Wertschöpfungskette hier am besten nachvollzogen werden kann. Der K&K Petfood GmbH - Frostfutter Perleberg ist ein Schlachhof angeschlossen, die Schlachtbetrieb GmbH Perleberg. Hier werden Rinder sowohl für Frostfutter Perleberg als auch für die Lebensmittelindustrie nach EU-Normen und QS-zertifiziert geschlachtet und weiterverarbeitet. Die Schlachttiere stammen überwiegend aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, gelegentlich auch aus Niedersachsen. "Bei uns kommt nichts aus Massentierhaltung!", so Frostfutter Perleberg. Tatsächlich findet man auf der Verpackung von Pansen und Blättermagen den Hinweis, man solle das Produkt vor der Fütterung nach Gegenstände durchsuchen, weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Rinder auf der Weide etwas aufgenommen haben, das für Hunde nicht geeignet ist.


Der Geschmacks-Test

 

Doch nun zum wichtigsten Punkt - zumindet für die Wohlstandshunde: Der Geschmack. Ich habe nicht gekostet, muss ich gestehen. Der geneigte Leser wird es mir nachsehen. Daher kann ich nur das Verhalten von Klimt und Louni interpretieren - und das war tatsächlich überragend. Gut, ich muss zugeben, wirklich wählerisch sind die beiden nicht. Verweigerungen habe ich bislang nur bei Zitrone und Zwiebel bemerkt. Selbst diese wurden zunächst gekostet und dann herausgespuckt. Aber die Gier, mit der sie das Barf verschlungen haben, war schon bemerkenswert. Mit Hingabe haben beide ihre Näpfe minutenlang ausgeleckt, um anschließend die Plätze zu tauschen und hoffnungsvoll zu kontrollieren, ob der jeweils andere etwas übrig gelassen hat. Das war natürlich nicht der Fall. Den Geschmackstest werte ich demnach als 100%ig bestanden.

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